SATTELLAGE & DRUCKVERTEILUNG

Die Sattellage ist beim Pferd klar definiert. Sie befindet sich hinter der Schulter und geht bis zur letzten Rippe. In diesem Bereich sollte der Sattel komplett aufliegen und das Reitergewicht gleichmässig verteilen.
Auch die Gurtlage ist bei jedem Pferd "vorgegeben". Bei manchen Pferden kann sie weit vorne sein, im Verhältnis zur Sattellage. Dann verläuft die Gurtung schräg. Bitte NIE an der Gurtlage orientieren, sondern an der Sattellage.

Die Schulter des Pferdes ist mit Muskeln seitlich am Körper "angehängt". Auf der Schulter darf nichts liegen, es darf kein fester Druck auf die Schulter kommen. Beim Westernsattel liegen die Skirts seitlich an der Schulter an. Das Schulterblatt ist aber frei und kann unter den Sattel gleiten.

Würde man einen Sattel zu weit nach vorne legen, sprich die Fork auf die Schulter, würde Druck von oben auf die Schulter kommen (auch beim Baumsattel!) und die Schulter kann blockieren, man kann die Schulter schief reiten. Oft ist der Sattel dann auch aus der Waage, er kommt dann meist vorne etwas zu hoch.
Die Fork hat eine entscheidende Funktion. Sie gibt dem Sattel seitlich Stabilität und soll verhindern, dass der Sattel vorne abkippt. Natürlich kann sie nur funktionieren, wenn sie auch Druck übernimmt. Wird ein Westernsattel gegurtet, ist der Gurtdruck im vorderen Drittel des Sattels.

Die Skirts, die seitlich an der Schulter anliegen, müssen der Schulter genug Platz geben. Die Schulter soll unter den Sattel gleiten können.

Bei einem neuen Freemax können die Skirts zu Beginn ein wenig stramm anliegen. Da kein Baum im Sattel ist, werden die Skirts sich dem Pferd anpassen.

Da der Freemax wie ein klassischer Westernsattel aussieht, wird er oft auch so kontrolliert. Überrascht sind wir immer wieder, dass einige Kunden/Trainer meinen, dass man bei einem gegurteten Sattel mit der Hand unter die Fork greifen kann und dort kein Druck sein soll. Das ist aber technisch gar nicht möglich! Auch nicht bei einem Baumsattel!

Korrekt ist, dass die Schulter frei sein muss und die wird mit der Hand kontrolliert (Bild). Steht das Pferd, ist relativ viel Druck zu spüren. Sobald sich das Pferd bewegt, geht der Druck weg. Daher macht es wenig Sinn, nur im Stand zu kontrollieren. Schaut man sich elektronische Satteldruckmessungen an, kann man das sehr gut sehen.

Also wie kontrollieren Sie Ihren Sattel? 
Sie gehen mit der Hand (Handrücken zum Pferd!) unter die Skirts. Ein Helfer führt oder reitet das Pferd langsam vorwärts und Sie gehen mit. So können Sie fühlen, ob die Schulter unter den Sattel gleitet.

Im Unterschied zu einem Baumsattel kann es sein, dass die Skirts sich noch öffnen müssen. Bei einem Baumsattel liegen die Bars vorne mehr oder weniger geöffnet, das heisst dass die Skirts schon zur Schulter geöffnet sind und dadurch kann man hier manchmal etwas leichter rein greifen. Der Freemax wird sich aber anpassen.

Wir denken jeder hat schon mal auf einem Pferd ohne Sattel gesessen. Haben Sie mal versucht die Hand unter den Po zu schieben? Ist da mehr Druck unter dem Po? Ja! Die Funktion eines Sattels ist, das Reitergewicht zu verteilen. Im Idealfall gleichmässig. Daher sollte es logisch sein, dass Druck auch unter der Fork zu finden ist, sonst würde er vorne schweben...

Der Pferderücken ist beweglich. Sitzt man auf dem Pferd, hält an und das Pferd lässt den Rücken hängen, entsteht auch am Sattelende Druck. Bei jedem Sattel. Am Ende eines Westernsattels sollte kein Druck sein. Das sollte man im Stand und natürlich in der Bewegung kontrollieren.

Text & Fotos mit freundlicher Genehmigung von Christine Martinez